Neue Sirenen für den Ortsteil Mildenau

Werte Einwohner,

die Gemeinde Mildenau ist für die Warnung der Bevölkerung im Ortsgebiet im Gefahrenfall zuständig. Im Sächsischen Brandschutz-, Rettungsdienst- und Katastrophenschutzgesetz (SächsBRKG) sind die Zuständigkeiten geregelt. In diesem Zusammenhang wurde gemeinsam mit dem Landratsamt Erzgebirgskreis ein Sirenenwarnkonzept für die gesamte Gemeinde Mildenau erstellt.
Verschiedene Hochwasserereignisse in den vergangenen Jahren waren der Impuls, die Warnung der Bevölkerung im Rahmen des Krisenmanagements wieder in den Fokus zu nehmen. Die Bevölkerung ist u. a. bei Folgenden eingetretenen oder drohenden Ereignissen zu warnen und über das erforderliche Verhalten zu informieren:

•    Naturkatastrophen
•    Großbrände mit Schadstofffreisetzungen
•    Gefahrgutunfälle
•    umfangreicher/langanhaltender Stromausfall
•    Terrorgefahren
•    Ausfall Telefonnetz/Notruf
•    Kontamination Trinkwasser
•    Atomunfall
•    Verteidigungsfall

Bisher stand nur im Ortsteil Arnsfeld eine Sirene zur Warnung und Information der Bevölkerung zur Verfügung. In den anderen Ortsteilen erfolgte die Warnung im Wesentlichen über die lokalen Medien unter der Voraussetzung, dass Radio oder Internet eingeschaltet und funktionsfähig sind.

In den letzten Jahren wurden speziell im Ortsteil Mildenau mehrere Wohngebiete ausgewiesen. Die Einwohnerzahl ist trotz einiger Wegzüge relativ konstant geblieben. Es wurden Überlegungen angestellt, wie die Bevölkerung im Ernstfall zu informieren ist. Die Warnung über lokale Medien wurde nicht als ausreichend gesehen. Auch handybasierte Warnungen durch SMS, Apps oder mobile Warnvorrichtungen wurden für den Ortsteil Mildenau nicht als zielführend angesehen, da eine flächendeckende Warnung und Information der Bevölkerung dadurch nur bedingt möglich ist und eine funktionierende Infrastruktur voraussetzt.

Im Ergebnis der Prüfung wurde festgestellt, dass es gegenwärtig kein geeignetes Mittel zur Warnung der Bevölkerung gibt. Insbesondere mit Blick auf die fortschreitende Dämmung und (Schall-) Isolierung von Gebäuden werden für eine effektive Warnung der Bevölkerung geeignete indoor- und outdoor-Warnmittel zu kombinieren sein.
Moderne Sirenensysteme lassen sich komplett auslösen. Neben einer gemeindeweiten War-nung können dabei auch nur Teilgebiete informiert werden. Sirenen zeichnen sich durch eine hohe Systemsicherheit aus, da diese über den behördlichen Digitalfunk (sicherer Alarmweg) und nicht über das Telefon- und Handy-Netz angesteuert werden. Darüber hinaus ist der erforderliche Auslösestrom in Akkus vor Ort gespeichert. Die Warnung durch Sirenen ist seit Jahrzehnten erprobt und bewährt. Das markante Alarmsignal wird die Aufmerksamkeit der Bevölkerung wecken, die bereits im Vorfeld durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit zu informieren ist, wie sie sich im Falle eines Sirenenalarms verhalten soll (z.B. örtliche Radiosender und Fernsehen einschalten). Eine weitere Sensibilisierung der Bevölkerung ist auch durch regelmäßig durchzuführende Probealarme, die als Funktionstest dienen, zu erwarten.
Nach der Warnung durch Sirenen erfolgt die Information der Bevölkerung durch Sprachdurchsagen oder über Rundfunk und Fernsehen.

Fazit der gesamten Betrachtung war, dass trotz vieler technischen Neuerungen ein funktionierendes Sirenensystem die Basis zur Warnung der Bevölkerung darstellt.

Zur Umsetzung dieses Konzeptes wurde vom Landratsamt Erzgebirgskreis eine zweckgebundene Zuwendung bereitgestellt.

Im Ortsteil Mildenau wurden im April an drei Standorten moderne Sirenen errichtet. Installiert wurden die Anlagen neben dem Feuerwehrgerätehaus in Obermildenau, auf dem Dach des Rathauses sowie auf dem Gebäude des KDZM im Niederdorf.

Durch ein akustisches Signal kann im Ernstfall, wie z.B. bei Naturkatastrophen oder Gefahrstoffunfällen, die Bevölkerung zielgerichtet gewarnt werden. Ausgelöst werden die Sirenen durch die Integrierte Regionalleitstelle in Chemnitz, die auch für die Koordination aller Feuerwehr- und Rettungsdiensteinsätze im Erzgebirgskreis zuständig ist. Darüber hinaus sind mit Hilfe der neuen Sirenen automatisierte oder manuelle Sprachdurchsagen möglich um konkrete Informationen zur Gefahrenlage zu kommunizieren. Wie in vielen anderen Orten üblich, dienen die Sirenen im Einsatzfall auch der Alarmierung der örtlichen Feuerwehr. Um die Funktionsfähigkeit der Sirenen zu überprüfen finden in regelmäßigen Abständen, immer am ersten Samstag des Monats um 11 Uhr, ein Probealarm statt. Die verwendeten Sirenensignale sind in der beiliegenden Abbildung dargestellt.

Bei Fragen oder Unklarheiten wenden Sie sich bitte an die Gemeindeverwaltung oder an ihre Freiwillige Feuerwehr.

M. Schreiter                          
Gemeindewehrleiter     

S. Gehlert
Hauptamtsleiterin

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